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Schweiz möchte bei Familienfreundlichkeit nachziehen

S. Nazzaro-Vairano Tessin Schweiz


Gerade in der Tourismusbranche ist die genaue Definition der Zielgruppe enorm wichtig.
Es gibt Hotels, die sich speziell den Themenbereichen Wellness, Singles, Design, Lifestyle oder Business verschrieben haben. Diese Spezialisierung ist auch oftmals abhängig von der Region oder dem Land, wo das Hotel betrieben wird.
 
Zielgruppe Familien in der Schweiz nicht ausreichend bedient
 
Besonders in der Schweiz liegen die touristischen Schwerpunkte sozusagen überall, nur nicht im Bereich Familien. Da diese Zielgruppe nicht ausreichend in der Schweiz bedient wird, zieht es die Schweizer mit ihren Familien in die Nachbarländer.
Hier profitieren Österreich und das Frankenland (Deutschland) von ihrer fachlichen Kernkompetenz im Segment des idealen Familienurlaubs. 
Seit vielen Jahren schon boomen dort Familienhotels, die sich voll und ganz den Bedürfnissen von Eltern mit Kindern jeglichen Alters verschrieben haben. 
Spezielle Freizeitangebote für Kinder, ein Kindermenü, ein Spielzimmer, Kinderbetreuung und ein fachlich-kompetenter Babysitter-Service sind Annehmlichkeiten, die alle Eltern durchaus bei der Buchung eines Urlaubes sehr zu schätzen wissen. Fühlen sich die Kinder wohl, so geht es auch den Eltern gut!
 
Nur 54 Hotels familienfreundlich
 
In der Schweiz sieht die Hotellandschaft anders aus. Hier sind gerade einmal 54 Hotelbetriebe als familienfreundlich eingetragen. Großes Augenmerk wird vor allem auf die Bereiche Lifestyle, Wellness und Business gelegt, da die dortigen Hotelgäste in erster Linie Städte- oder Konferenzreisen unternehmen. Auch Gäste aus Übersee darf man in der Schweiz öfter willkommen heißen, als in Österreich oder dem süddeutschen Raum. 
 
Kidshotels, Familotel und Familienhotels.de
 
Dass sich die Zielgruppen in den einzelnen Ländern so extrem unterschiedlich über die Jahre entwickelt haben, liegt eben auch daran, dass viele Hotels in Österreich und Deutschland oftmals Familienbetriebe sind, die sich aus der eigenen Struktur heraus zu spezialisierten Familienhotels entwickelt haben. Dieses Konzept eines Familienhotels wurde dann konsequent verfolgt und umgesetzt. 
Hotels, die sich unter den Prädikaten, wie beispielsweise "Kidshotels" oder "Familotel" zusammengeschlossen haben, erfüllen besondere, familienfreundliche Kriterien und werben mit unabhängigen TÜV-Siegeln für ihre hohe Qualität.
Wer sich vor vielen Jahren auf das Wagnis "Kinderhotel" eingelassen hat, wird heute dafür belohnt. Heute wird mehr denn je darauf geachtet, dass das Urlaubsdomizil allen Ansprüchen gerecht wird und nicht nur der der Eltern. 
 
Fokussierung auf Familien kostspielig
 
Von dieser durchaus lukrativen "Torte" möchten sich nun aber auch nach rund 20 Jahren Dornröschen-Schlaf die Schweizer ein Stück abschneiden. Sicherlich hat die Schweiz auch Familien mit Kindern jeden Alters viel zu bieten, doch müssen hier ganze Geschäftskonzepte umstrukturiert werden, um mit den deutschen und österreichischen Nachbarn mithalten zu können. Problematisch ist hierbei sicherlich auch die Tatsache, dass in der Schweiz die meisten Hotelbetriebe nicht in Familienhand, sondern von angestellten Hoteldirektoren geführt werden, die solche weitreichenden Maßnahmen nicht entscheiden können. Zudem sind Kinderhotels in der Schweiz einfach auch gar nicht so bekannt, wie woanders. In den Verbänden, wie "Kidshotels" und "Familotels", steht ein ganz anderes Marketingbudget zur Verfügung. Hier wird für die Mitglieder-Hotelbetriebe ordentlich die Werbetrommel gerührt und Industriekooperationen mit Marken, wie "Hipp", "Jako-o" oder "Toys "R" Us", sorgen dafür, den Bekanntheitsgrad der Familienhotels stetig weiter auszubauen.
Ein derartiges Marketingnetz, wie es in Deutschland und Österreich nun über einen langen Zeitraum gesponnen wurde, gibt es in der Schweiz einfach nicht.
Zudem ist die Fokussierung eines Hotels auf diesen speziellen Bereich Familie auch alles andere als kostengünstig. Zunächst einmal muss ordentlich investiert werden, um Bereiche und Gegebenheiten zu schaffen, die für Familien attraktiv sind - das heißt, es müssen oftmals Umbaumaßnahmen erfolgen. Des Weiteren sind auch die Kosten für zusätzliches und vor allem fachlich kompetentes Personal im Segment der Kinderbetreuung nicht zu unterschätzen. 
In Österreich beispielsweise werden derartige Investitionen auch seitens der einzelnen Bundesländer oder eben auch der Europäischen Union subventioniert. Dies ist in der Schweiz nicht der Fall.
 
Ganz oder gar nicht
 
Tatsächlich ist es mehr als schwierig in der Schweiz Hotelbetriebe zu finden, die sich auch das Abenteuer Familienhotel einlassen wollen. Auf der einen Seite möchten sie von dieser Reise-Zielgruppe profitieren, auf der anderen Seite scheuen sie aber auch alle Konsequenzen, die ein Familienhotel mit sich bringt.
In den Augen vieler Hoteliers überwiegen die Probleme, die diese Spezialisierung aufweisen würde. Man könnte als Fazit die ganze Thematik so sehen, dass es den Schweizern an der nötigen Konsequenz mangelt. Und da liegt dann auch das Problem, denn Familien sind durchaus anspruchsvolle Gäste und merken gleich, ob jemand ganz oder nur halbherzig ihren Ansprüchen genügen möchte. Nur ein bisschen geht in diesem Fall nicht, denn hier heißt es entweder ganz oder gar nicht liebe Schweizer.
 
Kinderhotels in der Schweiz
 
Auf der Seite https://www.familienhotels.de/de/reiseziele/schweiz/ finden Sie Kinderhotels in der Schweiz.

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